Rathaussturm

Um 16.16 Uhr blasen die Gmünder Tollitäten unter Mithilfe der Gmünder Feuerwehr und einer Guggenmusikkapelle am Schmotzigen Donnerstag zum Angriff auf das Rathaus. Doch die Rathausbesatzung um Oberbürgermeister Richard Arnold wird sicherlich gewappnet sein. Die Verteidigungsstrategie wird wie immer zur absoluten Geheimsache erklärt. Man wird sehen, wie lange die Verteidiger den Stürmern Paroli bieten können.



Zur Geschichte des Rathaussturms und des Schmotzigen Donnerstags:

Mit dem Schmotzigen Donnerstag (auch Schmotziger Dunschtig oder Gombiger Doschdig) beginnt in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die eigentliche Fastnachtszeit. Er fällt auf den Donnerstag vor Aschermittwoch. Die Amtsgeschäfte und der Rathausschlüssel werden im Rahmen des Rathaussturms vom Bürgermeister bis zum Fasnachtsdienstag symbolisch an die Narren (der närrischen Schultes) übergeben.

Fastnacht ist die letzte Möglichkeit, vor der österlichen Fastenzeit nochmals Fleisch zu essen. Der Ursprung des Namens Schmotziger Donnerstag kommt vom alemannischen Schmotz = Fett, Schmalz. Dabei hat also "schmotzig" nichts mit schmutzig zu tun, sondern meint "schmalzig" - und da sind wir auch schon bei den Fasnachtsküchle, denn die werden in besonders viel Schmalz ausgebacken.

Der Donnerstag war ebenfalls der allgemeine Schlacht- und Backtag. Mittwochs musste gefastet werden, der Freitag ist der Gedenktag Christi, auch der Samstag fiel als Schlachttag aus, der heilige Sonntag stand als Arbeitstag gemäß der Bibel außer Frage. Der Montag und Dienstag konnte an Fastnacht als Schlachttag nicht genutzt werden, da es keinen Sinn hatte, zu schlachten: Der Aschermittwoch war nah, ab diesem Zeitpunkt durfte kein Fleisch mehr gegessen werden. Daher war es naheliegend, den Donnerstag als Schlacht- und Backtag zu nehmen. Die Menschen nannten daher diesen Tag, an dem nochmals alles mögliche Vieh zu Essbarem verarbeitet wurde, den fetten, schmotzigen Donnerstag.