Auftakt in die Guggensaison: Instrumentenwäsche, Silbermännle-​Empfang, Ordensverleihung und große Guggenparty beim „Gmendr Guggatreff“

Das „Glückchen“ ist frisch gewaschen, bestens gerüstet, Mut zu machen, wenn so ein Stöpsel den allerersten öffentlichen Auftritt gar zu aufregend findet. Am Freitag machte der große Teddybär seinem Namen alle Ehre; er brachte nicht nur den Garden Glück, sondern dem ganzen Guggatreff.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Die fünfte Jahreszeit hat endgültig begonnen. Der 19. Gmendr Guggatreff bescherte der AG Gmendr Fasnet gestern Abend einen denkwürdigen ersten Höhepunkt. Nicht nur die Kleinsten der Stöpselgarde waren ungemein beeindruckt angesichts der vielen vogelwilden Gesellen in der Stadt, beim effektvoll inszenierten Auftritt des Silbermännles, beim ganzen Tamtam das untrennbar verbunden ist mit elf miteinander wetteifernden Guggenkapellen.

Gestern Abend waren es Bäraberg-​Schiddler, Blechschlüpfer Uhingen, Donzdorf’r Noda-​Biagr, Freiwillige Guggenmusik Überdruck, Geslach-​Gugga Göggingen, Gmender Altstadtfäger, Gmendr Gassafetza, Jagsttal-​Gullys, Omsnomgugga, Oschtalb Ruassgugga und die recht neuen Sau-​Glogg-​Gugga, die zunächst im „stillen Umzug“ über die Bocksgasse zum Marienbrunnen marschierten. Nach der Instrumentenwäsche und einem spontanen Platzkonzert ging’s heuer erstmals in die Gegenrichtung, nicht auf den Unteren, sondern auf den Oberen Marktplatz – auf dem keine Busse zu berücksichtigen sind und alle Akteure ganz andere Spiel– und Freiräume haben.

Erster Auftritt der Saison auch für die Gmünder Garden. Im Rathaus wurden die Symbolfigur der Gmender Fasnet, das Silbermännle, und die närrischen Tollitäten lautstark empfangen und wie’s guter, alter Brauch ist, „zu Sang und Tänzen“ und zur Guggenparty im Prediger abgeholt. Bei all den hübschen, Spalier stehenden Gardetänzerinnen, hatte das Silbermännle, das während der fastnetsfreien Monate in Gotteszells Klosterwald schlummert, kein leichtes Spiel, sich die verdiente Aufmerksamkeit zu sichern – aber allein die großen Augen der Kleinsten dürften den von Nebelschwaden umwaberten guten Geist der Gold– und Silberstadt besänftigt haben. Die Garden standen nicht nur Spalier, vereinzelt machten sie auch beinschwingend Lust auf die Vielzahl anstehender Auftritte. Zunächst ist da die Stöpselgarde – 16 aktiven Tänzerinnen im Alter von 5 bis 8 Jahren, die von Silvia Breitweg und Nadine Strobel trainiert und vom Riesen-​Teddybär „Glückchen“ begleitet werden, den sie selbst getauft haben. Das Glückchen, um das sich Gerlinde Daubner-​Breitweg kümmert, wurde dringender benötigt denn je: Für ein knappes halbes Dutzend „Stöpsel“ war der Auftritt gestern der allererste. Die Tanzteufel waren mit Nadine Ripberger und Birgit Kiemel da, die Gmünder Hüpfer mit den Trainerinnen Sarah Wiltschko, Bettina Bohn und Susanne Weiß, die wie alle Trainerinnen selbst jahrelange Tanz-​Erfahrung mitbringen. Die Prinzengarde wird von Sabine Hamhaber und Ann-​Kathrin Märtz zu Höchstleistung geführt und von Vizepräsidentin Ulrike Wiltschko und Sonja Stegmaier begleitet.

Ebenfalls gestern war der Guggenempfang im Prediger durch Bürgermeister Bläse mit der Verleihung der Fasntesorden 2014 verbunden – den nun diejenigen tragen, die maßgeblich dazu beitragen werden, alles in allem wieder viele tausend Besucher nach Gmünd zu bringen. Prinzessin Melanie, I. und Prinz Tuncay, I., Zeremonienmeister Daniel, der Absolute und der Närrische Schultes Sabine, die Pfiffige, nahmen das Abzeichen entgegen, ebenso Fastnetspräsident Albert Scherrenbacher und seine Stellvertreter Eberhard Kucher und Ulrike Wiltschko, Schatzmeisterin Gisela Kucher, Schriftführer Matthias Jaenke sowie der Beirat – Raimund Vogt, Jasmin Schmid, Bertram Lan, Wolfgang Bieser und Renate Munz, die bereits im Guggenkostüm antrat. Bürgermeister Bläse und Organisator Robert Frank von der T&M würdigten die Feste der AG Fasnet als unverzichtbaren Beitrag im Veranstaltungskalender der Stadt, „Frequenzbringer“ zudem, die Tausende aus der Region und darüber hinaus anlockten. Unter anderem wurde Lust gemacht nicht nur auf die wichtigsten Termine im Fasnetskalender – Internationaler Guggentreff und Umzug – sondern auch auf den Auftritt der AG Fasnet im Januar bei der CMT oder den Tag der Fasnet am 5. Oktober 2014 bei der Landesgartenschau.
Die Guggenmusikkapellen und die Gmünder Garden gestalteten dann bis spät in die Nacht den Guggenball im Prediger-​Innenhof und taten feiernd kund, dass das kleine, das regionale Treffen dem Internationalen Guggentreffen – heuer am 22. und 23. Februar – kaum nachsteht.

(c) 2013 remszeitung.de



Veröffentlicht am
16:17:32 17.11.2013


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