Tausende beim Umzug

Drei Stunden feierten die Gmünder Narren den Höhepunkt der Fasnet

Kilometer pro Stunde? Total daneben! Millimeter pro Minute muss es heißen, wenn’s um den Gmünder Fasnetsumzug 2014 geht. So voll war die Stadt, so dicht gesäumt mit Menschen die Route, dass an mehr Tempo nicht zu denken war. Zur Eile gab’s aber auch keinen Grund. 60 000 Besucher feierten entspannt in der Frühlingssonne.

Anke Schwörer-Haag

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Hatten schicke Brillen, pfiffige Kostüme und gute Laune: die Mädels der Untergröninger Garde, eine von vielen Garden beim 40. Gmünder Fasnetsumzug, der unter dem Motto Landesgartenschau stand. Sie un 74 weitere Gruppen bereiteten den 60 000 Besuchern viel Spaß. (Fotos: Tom)


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Wer’s noch nicht wusste: Die Gartenschau ist ein Werk der THW-Schlümpfe.


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Hexen gab’s zuhauf. Im Bild die Seewaldhexen aus Sulz am Eck.


Schwäbisch Gmünd. Es ist ein beeindruckendes Bild, wie das Silbermännle der AG Fasnet in majestätischer Gelassenheit vom Königsturm die Rosenstraße hinunter Richtung Kalter Markt schwebt. Im Gewühl der Massen ist dieses Wahrzeichen der Gmünder Narren sicheres Indiz für die Wartenden, dass es jetzt auch hier losgeht mit dem Umzug. Über eine Stunde hat der Gaudiwurm von seinem Startpunkt an der Kreissparkasse über den proppenvollen Sebaldplatz bis hierhin gebraucht – gefeiert mit vielstimmigem Helau.
Jetzt aber schürt das Schlagwerk der Geslach-Guggen, die ganz am Anfang marschieren, die Erwartung. Die vielen Kinder am Straßenrand freuen sich auf die Bonbons, die Jugendlichen fiebern manchem Hexenhändel entgegen und die Großen erhoffen sich ein unterhaltsames Spektakel. Sie alle werden nicht enttäuscht. In insgesamt 75 Bildern fahren die Gmünder Narren und ihre Gäste zum Ende der Saison nochmals alles auf, was die Herzen der Fans höher schlagen lässt: mitreißende Rhythmen, wie sie die renommierten Guggengruppen der Region in farbenprächtig-phantasievollem Häs präsentieren; gut trainierte Garden, die sich auch nach dreistündigem Umzugsmarathon von einem „Wir wollen Euch tanzen sehen“ motivieren lassen; aufwändige Umzugswagen, gebaut mit viel Liebe zum Detail; wunderschöne Kostüme – von den italienischen Masken über die Turnerfrauen im Fenster aus Weiler bis hin zu den Waldfeen und Elfen vom Schurrenhof; attraktive Masken- und Hexengruppen – zum Teil von weit angereist – die neben den Bonbons auch wagenweise Konfetti zum einseifen dabeihatten.
All das färbte der Wetter-Chef Petrus mit frühlingsmildem Licht, so dass Umzugsorganisator Raimund Vogt das Herz aufging. „Über Gmünd lacht die Sonne – und über Aalen die ganze Welt“, scherzte er angesichts der Nachricht, dass der Nachbar im Osten seinen Faschingsdienstag im Regen feiern musste.
Während nach dem Ende des Gaudiwurms die fleißigen Heinzelmännchen des städtischen Bauhofs den konfettiübersäten Straßen eine kosmetische Behandlung zuteil werden ließen, zog die Polizei Bilanz. Größere Störungen, die ein Eingreifen notwendig gemacht hätten, habe es keine gegeben. Allerdings musste das Rote Kreuz sich um 20 Personen kümmern, die zu viel Alkohol getankt hatten. Fünf mussten ins Krankenhaus gebracht, die übrigen konnten vor Ort behandelt werden. Verglichen mit den Jahren zuvor, entspreche das dem Schnitt: 2012 waren 24 alkoholbedingte Einsätze notwendig gewesen, 2013 mussten sich die Sanitäter um 15 Betrunkene kümmern.
 
 © Gmünder Tagespost 04.03.2014

 



Veröffentlicht am
09:05:49 07.03.2014


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